
Krefeld 1921
- Düsseldorf 1986
Joseph Beuys wird nach Kindheit und Schulzeit in Kleve, 1941 als Sturzkampfflieger über der Krim abgeschossen. Die dort ansässigen Tataren hüllen Beuys, als lebensrettende Maßnahme, in Fett und Filz. Diese beiden Materialien werden im späteren Werk des Künstlers zu wichtigen Bedeutungsträgern. Von 1947 bis 1951 studiert Joseph Beuys Bildhauerei bei Enseling und Mataré an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er ab 1961 auch selbst unterrichtet. Beuys´ erste öffentliche Fluxusaktion findet 1963 im Rahmen des "Festum Fluxorum Fluxus" statt. Beuys beteiligt sich kurz darauf zusammen mit den Künstlern Lueg, Richter und Polke an der "Demonstration für den kapitalistischen Realismus" in einem Düsseldorfer Möbelhaus. Beuys´ immer stärker werdendes politisches Engagement, die Gründung von verschiedenen Vereinen und Parteien, ergibt sich aus seiner Forderung, mehr Kreativität in alle Lebensbereiche einfließen zu lassen, den Staat als "Soziale Plastik" aktiv mitzugestalten. Beuys Bemühungen kulminieren in seiner Mitwirkung bei einer Besetzung des Studentensekretariats für die Durchsetzung des Rechts auf gleiche Bildungschancen, für die er 1972 seine fristlose Entlassung erhält. Diese wird jedoch 1978 revidiert. Beuys' Werk umfasst diverse künstlerische Medien. Das erklärte Anliegen des Künstlers ist es, eine Einheit aus Kunst und Leben zu schaffen. Dabei zeigen seine Arbeiten starke Einflüsse von anthroposofischen Lehren, Mythologie und Religion. Auf der documenta und der Biennale in Venedig ist Joseph Beuys immer wieder vertreten. Eine umfassende Retrospektive findet bereits 1979/80 im Guggenheim-Museum in New York statt. Vor allem für seine langjährige Aktion des Pflanzens von insgesamt 7000 Eichen, die er 1982 zur Eröffnung der documenta einleitet, erfährt der Künstler internationale Anerkennung.